Die Donau

15. Juni 2011

Im südlichen Teil Baden-Württembergs wird dieses Bundesland fast in seiner gesamten Breite von West nach Ost von der Donau durchzogen. Der Fluss hat auch in Baden-Württemberg seine Quellen. Beide Quellflüsse, die Breg und die Brigach, entspringen im zentralen Schwarzwald. Erst ab dem Zusammenfluss der zwei Quellflüsse trägt die Donau ihren Namen. Dieser Zusammenfluss befindet sich sehr nahe der Stadt Donaueschingen. Die Donau ist hier noch ein recht beschauliches Flüsschen, erreicht aber durch viele kleine Zuflüsse schon bei Tuttlingen und Sigmaringen die Breite eines kleinen Flusses. Landschaftlich ist der Verlauf der Donau in dieser Gegend sehr reizvoll und die Burg von Sigmaringen ziert dieses Bild wie ein eigens für den Fluss geschaffenes Schmuckstück. Bei Ulm verlässt die Donau das Territorium Baden-Württembergs, soll aber hier noch weiter begleitet werden auf ihrem Weg durch Deutschland.

Von Ulm aus bis nach Kehlheim ist die Donau mit Einschränkungen bereits Landeswasserstraße und von Kehlheim bis hin zur Grenze nach Österreich ist sie Bundeswasserstraße. Bis sie diese Grenze allerdings erreicht, wird die Donau durch eine Reihe von Zuflüssen gestärkt. Bereits bei Neu-Ulm fließt von rechts die Iller zu, ebenfalls von rechts bei Marxheim der Lech. Als nächster trägt die Isar nahe Deggendorf ihre Wasser in die Donau ein und schließlich der Inn in Passau. Linksseitig verbreitern bei Donauwörth die weniger bekannte Wörnitz, die Altmühl bei Kehlheim und schließlich Naab und Regen bei Regensburg den Fluss. Die Farbe der Donau wird durch diese Zuflüsse natürlich auch verändert. Am markantesten fällt diese Erscheinung in Passau ins Auge, wo zuerst die Ilz ihre moorbraunes Wasser von links in die bis dahin blaue Donau einträgt und wenig später der Inn von rechts grau-grüne Fluten einspeist. Noch ein gutes Stück sind diese drei verschiedenen Farben des Wassers gut zu beobachten, bis sie sich schließlich vermischen.

Neben den bereits genannten Städten besucht die Donau auf ihrem Lauf auch noch Neuburg, Ingolstadt und Straubing. Sie wird von Bauwerken wie der Erzabtei Beuron, dem Hohenzollernschloss in Sigmaringen, dem gotischen Münster in Ulm, der Abtei Weltenburg sowie der Befreiungshalle nahe Kehlheim, der Steinernen Brücke und dem St. Peter Dom zu Regensburg, der Walhalla nahe Donaustauf und dem St. Stephans Dom zu Passau gesäumt. Hinter Passau bildet die Donau noch für etwa 20 km die deutsch-österreichische Grenze, bevor sie bei Engelhartzell das deutsche Staatsgebiet verlässt.

Der Neckar

14. Juni 2011

Mit seinen insgesamt 367 Kilometern ist der Neckar einer der längsten Nebenflüsse des Rheins. Der Neckar durchfließt fast das gesamte Gebiet des Bundeslandes Baden-Württemberg und entwässert dessen zentrales Territorium. Er entspringt in der Nähe von Villingen-Schwenningen an der Baar, einer im Südwesten Deutschlands gelegenen Hochebene. Er fließt zunächst zwischen Schwäbischer Alb und Schwarzwald in Richtung Nordosten, um dann am sogenannten Neckarknie bei der Stadt Plochingen in Richtung Nordwesten zu schwenken. Gleich danach fließt der Neckar durch die baden-württembergische Landeshauptstadt Stuttgart und passiert dann den Ballungsraum um Heilbronn. Bald nähert sich der Fluss mäandernd den Ausläufern des Odenwaldes und wird von diesen bei Eberbach nach Westen abgewiesen. Hier fließt der eigentlich rein baden-württembergische Fluss eine kurze Strecke durch das Land Hessen. Nachdem er Heidelberg durchquert hat, erreicht er die Ebene des Oberrheinischen Tieflandes. In Mannheim schließlich mündet der Neckar in den Rhein.

Von Plochingen flussabwärts ist der Neckar mittels Stauhaltungen zu einem Großschifffahrtsweg ausgebaut worden. Die bedeutendsten Häfen befinden sich in Stuttgart, Mannheim und Heilbronn. Durch Eindeichungen und Begradigungen hat sowohl die Gewässerstruktur als auch die Fließdynamik des ehemals naturbelassenen Flusses beträchtlich gelitten, zahlreiche Auenlandschaften sind verschwunden. In den letzten Jahren wurden zum Glück einige Altwasserabschnitte renaturiert und seit den 70 er Jahren des vergangenen Jahrhunderts hat sich die Wasserqualität wieder erheblich verbessert.

Der Neckar ist ohne Zweifel ein sehr schöner Fluss und zieht seine Bahn sowohl durch Engtalabschnitte als auch durch Talweitungen, im Odenwald passiert er steile Schluchten. Sehr berühmt und fast schon ein deutsches Nationalsymbol ist die Neckarschleife um den Dilsberg. Zahlreiche Burgen und Schlösser eskortieren den Fluss auf seinem Weg. Der Schriftsteller Mark Twain schwärmte förmlich von der sommerlichen Schönheit des Neckars. In den Mündungsgebieten seiner Nebenflüsse Enz, Kocher und Jagst wurden Weinterrassen angelegt, die in diesen Gegenden das Gesicht des Flusses prägen. Eine Perle an seinen Ufern ist sicherlich die Stadt Heidelberg, die von vielen Touristen aufgesucht wird und an dieser Stelle mit dem Fluss Neckar optisch eine harmonische Einheit bildet.